Die bildungspolitischen Herausforderungen, vor denen wir als Schule standen, sind schnell nachgezeichnet: Bis zum Jahr 2015 gab es faktisch keine verbindlichen Regelungen vom Schulministerium NRW hinsichtlich Kompetenzen und didaktischer Schwerpunkte. Allerdings hat das Schulministerium NRW mit dem Dialogprozess zum Thema „Lernen im Digitalen Wandel“ ihr Leitbild für Bildung in Zeiten der Digitalisierung vorgelegt (Bildung 4.0). Dies haben wir in „Eigenregie“ erarbeitet und diesbezüglich auch manche Wege beschritten, die wir dann aus unterschiedlichen Gründen nicht weiterverfolgt haben. Als dann 2015 mit dem Kernlehrplan für das Wahlpflichtfach Informatik die Kompetenzerwartungen vorgelegt worden waren, fühlten wir uns in unserem, zwischenzeitlich eingeschlagenen Weg bestätigt, hatten wir ja 2014 für unseren schulinternen Stoffverteilungsplan für das Fach Informatik die Kompetenzerwartung aus dem Kernlehrplan für die gymnasiale Oberstufe entlehnt.

Zurzeit stehen wir vor einer ähnlichen bildungspolitischen Herausforderung wie 2013 / 14: Auch heute gibt es keine verbindlichen Vorgaben hinsichtlich der Kompetenzerwartung bezogen auf eine fächerübergreifende Mediendidaktik (vgl. 1.4). Im Gegenteil: Im Januar 2015 veröffentlichte die Länderkonferenz zum Thema Medienbildung ein  kompetenzorientiertes Positionspapier für die schulische Medienbildung (vgl. LMB), im Dezember 2016 folgte die Kultusministerkonferenz mit dem Strategie-Papier: Bildung in einer digitalen Welt. Darin heißt es: 

„Im Rahmen ihrer schulischen und pädagogischen Gestaltungsmöglichkeiten greifen innovativ arbeitende Schulen solche Veränderungen [die Digitalisierung aller Lebensbereiche, A.D.] von sich aus auf und werden somit zum Wegbereiter für andere.“ (KMK, 10)

So sind die Schulen auf sich selbst gestellt, um die pädagogischen Fragestellungen bezüglich einer sich rasant verändernden Welt hin zu einer digitalen selbst zu beantworten und letztlich zu verantworten. 

Wir orientieren uns in dieser Darstellung an den im MedienpassNRW formulierten Kompetenzerwartungen, was die fächerübergreifende Arbeit angeht. Informatische Grundkenntnisse sind schon längst Gegenstand im Fachunterricht unserer Schule und werden in den nächsten Jahren weiter integriert werden, damit alle Schülerinnen und Schüler Zugang zu digitalen Kompetenzen im jeweils fachlichen Zusammenhang erhal- ten. Der Kompetenzrahmen des bereits erfolgreich entwickelten Medienpasses NRW dient hierbei als Orientierungsrahmen (Bildung 4.0).

In Zukunft werden uns nicht nur Fragen hinsichtlich der fächerübergreifenden „Bedienung“ und „Nutzung“ (Kompetenzerwartungen des MedienpassNRW) von neuen Technologien stellen, sondern wir werden auch und gerade die Perspektiven um die Web-2.0-Technologien in den Blick nehmen müssen. Aber auch diesbezüglich erkennen wir die bildungspolitischen Herausforderungen, weil sicherlich jede einzelne Schule ihren individuellen Zugang und Weg dazu finden werden muss.