Im Themenfeld „Lernen mit Medien" werden neue Technologien als Werkzeuge zur Förderung eines schüleraktivierenden Unterrichts verstanden, sodass sie beispielsweise zur Erarbeitung fachbezogener Inhalte verwendet werden (z.B. ein mobiles Endgerät bei der Auswertung von Versuchsergebnissen in Physik, ein Laptop zur Internetrecherche, die HP-Clients beim Einsatz einer Mathematiksoftware wie geogebra im Informatikunterricht). Diese Nutzung von neuen Technologien ist wesentlicher Bestandteil von Lehren und Lernen. Zu beachten ist die zunehmende Heterogenität von Lerngruppen. Heute gibt es 30% digital natives. Es ist deshalb sinnvoll und dringend geboten individualisierte Lernarrangements zu entwickeln und verfügbar zu machen. 

„Digitale Lernumgebungen können hier die notwendigen Freiräume schaffen; allerdings bedarf es einer Neuausrichtung der bisherigen Unterrichtskonzepte, um die Potenziale digitaler Lernumgebungen wirksam werden zu lassen.“ (KMK, 13)

So können neue Technologien zur Veranschaulichung und zur Informationsbeschaffung dienen, unterschiedliche Lerntypen ansprechen und individuelles Lernen fördern. Darüber hinaus kann das Lernen mit neuen Technologien Schülerinnen und Schüler in die Lage versetzen, autonom und eigenverantwortlich zu arbeiten. Wir können auf diesem Wege mehr Chancengerechtigkeit erreichen.

Leider ist bis heute eine Mediendidaktik in den Kernlehrplänen der Fächer über Standards nicht verbindlich verankert (vgl. Medienkompetenzförderung, 49). Die neuen Technologien werden im Rahmen der fünf Kompetenzbereiche „Bedienen/Anwenden“, „Informieren/Recherchieren“, „Kommunizieren/Kooperieren“, „Produzieren/Präsentieren“ und „Analysieren/Reflektieren“ eingesetzt. Die Kompetenzbereiche sind jeweils in 4 Teilkompetenzen gegliedert. Sie sind im MedienpassNRW hinterlegt. Wir vermitteln diese Kompetenzen in unterschiedlichen Fächern in verschiedenen Jahrgängen. Zunächst stellen wir hier in der gebotenen Kürze die Kompetenzen des MedienpassNRW dar und zeigen dann den Kompetenzerwerb in den verschiedenen Jahrgangsstufen auf.

1. Informieren/Recherchieren

Die Schülerinnen und Schüler recherchieren in Lexika, Suchmaschinen und Bibliotheken. Sie vergleichen und bewerten die Informationen und erkennen unterschiedliche Sichtweisen. Sie erläutern typische Merkmale verschiedener Darstellungsformen und sie erklären Strategien in medialen Produktionen.

2. Kommunizieren/Kooperieren

Die Schülerinnen und Schüler verwenden Chats und Handy zur Kommunikation, beschreiben Vor- und Nachteile der Kommunikationsformen, gehen verantwortungsbewusst mit Meinungsäußerungen und privaten Daten im Netz um (Datenschutz und Persönlichkeitsrechte), beschreiben Verhaltensmuster und Folgen von Cybermobbing, kennen Ansprechpartner und Reaktionsmöglichkeiten und nutzen altersgemäße Medien (z.B. Wiki, Lernplattform) zur Zusammenarbeit bei schulischen Projekten.

3. Produzieren/Präsentieren

Die Schülerinnen und Schüler entwickeln einen groben Projektplan für die Erstellung eines Medienproduktes, diskutieren die Wirkung unterschiedlicher Gestaltungselemente, erstellen unter Anleitung ein Medienprodukt und präsentieren ihr Medienprodukt vor Mitschülerinnen und Mitschülern.

4. Analysieren/Reflektieren

Die Schülerinnen und Schüler beschreiben und diskutieren den Stellenwert von Medien, kennen Alterskennzeichnungen für Filme und Spiele, diskutieren Auswirkungen übermäßigen Medienkonsums und Lösungsmöglichkeiten, diskutieren Unterschiede zwischen virtuellen und realen Welten und die Bedeutung von (Helden-) Rollen in Büchern, Fernsehen, digitalen Spielen und kennen Grundregeln des Urheberrechts.

Dabei werden sowohl Bedienkompetenzen als auch Methodenkompetenzen erworben. Durch die Anbindung an fachliche Themen kann der Lernprozess der Schülerinnen und Schüler individuell gestaltet und der Lernerfolg gesteigert werden.