Medien aller Art können Lernprozesse unterstützen und befördern.

  • Bücher und digitale Quellen bieten Informationen.
  • Textverarbeitungsprogramme ermöglichen eine effektive Produktion und Überarbei-tung von Texten.
  • Audio- und Videoaufnahmen ermöglichen es, Lernprozesse und -ergebnisse in an-schaulicher Weise zu dokumentieren. Hier experimentieren z. Zt. zwei Kollegen in dem Bereich flipping classroom.
  • Unsere Lernplattform Moodle wird in Zukunft die Kommunikation und Kooperation innerhalb einer Lerngruppe auch außerhalb des Klassenzimmers unterstützen können.

1.  Teilnahme-, Reflexions- und Urteilskompetenzen

Teilnahme-, Reflexions- und Urteilskompetenzen erwerben unsere Schülerinnen und Schüler in vielfältigen anwendungsorientierten Aufgabenformaten (vgl. oben 1.5 und die schulinternen Stoffverteilungspläne). Verbindliche Absprachen hierzu haben wir mit diesem Medienkonzept getroffen, um fächerübergreifendes Lernen zu fördern, Doppelungen zu vermeiden und die verschiedenen Blickwinkel aller Fächer zu verbinden (vgl. Digitaler Wandel, 19).

2.  Kommunikationskanäle: Newsletter und DSBmobile

Ab dem Jahr 2007 entschlossen wir uns durch externe Testungen die Qualität unserer schulischen Arbeit turnusmäßig zu messen. Mit dem SEIS-Instrument (Selbst Evaluation In Schule) der Bertelsmann-Stiftung hatten wir eine kostengünstige Lösung gefunden. Ein Kritikpunkt der Studie war die Kommunikation durch die Schulleitung mit 62% der Elternschaft. Zwar war das ein zufrieden stellender Wert, aber war für unsere Ansprüche verbesserungsbedürftig, da alle anderen gemessenen Werte deutlich über 75% lagen. Wissen wurde zu Steuerungswissen.

Die Schulleitung entschied sich damals in regelmäßigen Abständen einen Newsletter für Eltern und Schüler herauszugeben. Mit der Umstellung unserer Homepage auf typo3 im Jahr 2010 konnten wir mit der Applikation direct-mail einen problemlosen Serienversand (über cronjob) ausführen. Heute haben wir über 550 Abonnenten des Newsletters.

Mit der Einführung von SchILD werden schulinterne Mitteilungen an Eltern zielgerichtet über dieses Medium vermittelt. So können wir steuern, dass der „klassische“ Newsletter allgemeine Informationen das Schulleben betreffend zum Inhalt hat, die Mails über SchILD die einzelnen Klassenstufen betreffende Informationen zum Inhalt haben.

2016 führten wir dann das Digitale Schwarze Brett (DSB) ein. Durch das DSB erreichen Vertretungspläne und andere wichtige Aushänge über einen zentral platzierten Bildschirm im Foyer unsere Schülerinnen und Schüler. Daneben haben wir noch einen weiteren Bildschirm im Lehrerzimmer. Die Daten liegen auf einem externen Server. Deshalb können alle Personen, die schulinterne Nachrichten benötigen, über die kostenfreie app „DSBmobile“ auf dem Smartphone automatisch aktuelle Informationen abrufen.

3.  Leben mit Medien

Ein sehr hoher Prozentsatz unserer Schülerinnen und Schüler verwenden ein Smartphone (Jahrgang 5: 82% Jahrgang 6: 90%, Jahrgang 7:85 %, Jahrgang 8: 94%, Jahrgang 9: 93%, Jahrgang 10: 100%). Sie verwenden das Smartphone im o.a. Sinne eines „Prosumenten“ und sind so Teilnehmer des Web-2.0 (beispielsweise video snippets bei Instagram oder Snapchat, chats bei WhatsApp). Unserer Schülerinnen und Schüler sind dabei technisch versierter als die Eltern und die Lehrkräfte unserer Schule.

Oft sind sie sich aber über die Tragweite ihrer Handlungen nicht bewusst. So mussten wir feststellen, dass es in mindestens einer Klassengruppe bei WhatsApp zu Cybermobbing gekommen ist und das Mobbing auch in unsere Schule Einzug gehalten hat. Diese Entwicklung hat uns das Schulgemeinde vor neue Herausforderungen gestellt. 

3.1.  Unser Modell gegen (Cyber-)Mobbing: Der Anti-Mobbing-Aktionsplan

Nach dem Bekanntwerden des Mobbings haben wir in der SV und der Lehrerschaft einen Aktionsplan ausgearbeitet. Zunächst einmal haben wir in der Lehrerschaft intensiv zu dem Thema (Cyber-)Mobbing gearbeitet. Wir haben uns am Ende eines lagen Arbeitsprozesses entschieden das Modell „No blame approach", das bei klicksave.de vorgestellt wird, in Mobbingfällen anzuwenden.

Ein System innerhalb der Schule unterstützt das Vorgehen gegen Mobbing deutlich, wenn Schüler, Lehrer und Eltern bewusst sensibilisiert und mit eingebunden werden (vgl. KMK, 14). Das System ist in der SV diskutiert worden, dort ist eine Übereinkunft getroffen worden, wie die Schüler mit Mobbing umgehen wollen. Diese Übereinkunft mündet Anfang 2017 darin, dass alle Schülerinnen und Schüler unserer Schule sich mit der Kennzeichnung ihres Portraitfotos zu dem Verhaltenskodex stellen darf. Die Fotos werden an der Aularückwand aufgehängt.  

Wir dulden kein Mobbing. 

Die Lehrerinnen und Lehrer sind während eines Klausurtages fortgebildet worden, wie (Cyber-)Mobbing erkannt wird und wie ein sachgerechter Umgang damit aussieht. 

3.2.  Nutzungsordnung von mobilen Endgeräten

Einerseits sollte die neue Jugendkultur akzeptiert werden, die neue Kommunikations- und Informationswege für sich entdeckt hat. Gleichzeitig stellt sich aber auch die Frage nach der permanenten Handynutzung im Schulhaus durch die Schülerinnen und Schüler. Die Lehrerschaft hat sich mit dem Verwaltungsrat der Schule dazu entschieden, die Handynutzung im Schulhaus einzuschränken. Diese Einschränkung tritt mit der neuen Haus- und Pausenordnung im Januar 2017 in Kraft. Dort heißt es unter Ordnung (Punkt 8): 

„Die Benutzung von Smartphones und anderen elektronischen Geräten ist in den Schulgebäuden verboten. Als Ausnahme davon dürfen Smartphones in Regenpausen im Gebäude im Erdgeschoss und während der Übermittagsbetreuung in der Cafeteria benutzt werden. Die unterrichtliche Nutzung elektronischer Geräte wird durch die verantwortlichen Lehrkräfte geregelt.“

Das Prinzip von Bring your own Device (BYOD) ist in den Lehrerräumen damit nicht verboten, sondern wird in die Verantwortlichkeit der Lehrperson gegeben: Da unsere Schülerinnen und Schüler zu einem Großteil über mobile Geräte wie Smartphones, Tablets oder auch Notebooks verfügen, kann das Potenzial, das viele der mobilen Geräte mitbringen, pädagogisch verantwortet und didaktisch begründet für den Unterricht gewinnbringend eingesetzt werden (vgl. Schule NRW, 4). BYOD entlastet zwar im Bereich der Anschaffungskosten und der Wartungskosten, birgt aber höhere Aufwendungen im Bereich der technischen Einbindung, der pädagogischen Konzeption und der IT-Sicherheit. (vgl. LIT, 17) Allerdings haben wir koch kein Konzept zur Einbindung in die pädagogischen Prozesse entwickelt.

3.3.  Elektronisches Klassen- und Kursbuch in Zusammenarbeit mit der Universität Düsseldorf

Wir arbeiten ab 2017 mit der Heinrich-Heine-Universität Düsseldorf, Wirtschaftswissenschaftliche Fakultät, unter der Leitung von Jun. Prof. Gerhard Riener zusammen. Gemeinsam wollen wir die Themen Digitalisierung im Schulbetrieb, Elternbeteiligung und Migration miteinander verknüpfen und folgende Frage beantworten: „Wie wirkt sich strukturierte Kommunikation zwischen Bildungsakteuren auf das Verhalten und die Leistung von Schülerinnen und Schüler aus?“ 

Mit „Verhalten“ meinen wir z.B. das Erledigen von Hausaufgaben, störendes Verhalten im Unterricht oder das unentschuldigte Fehlen in Unterrichtsstunden. Dazu haben sich Andreas Dietrich und Thilo Jung, beides Klassenlehrer unserer 9. Klassen, bereit erklärt, ein kostenloses „Elektronisches Klassen- und Kursbuch“ zu führen. Wir werden von der Universität Düsseldorf mit der Open-Source-Lernplattform Moodle ausgestattet. Der Vorteil von Moodle ist neben der einfachen und intuitiven Handhabung, dass die Software kostenlos zur Verfügung gestellt wird. Wir können diese Software auch nach unserer Studie in unserer Schule verwenden.