Der Schulleitung kommt eine Schlüsselrolle bei der Implementierung neuer Technologien zu. Dies betrifft sowohl das Kompetenzniveau der Schülerinnen und Schüler (siehe 1.1) als auch die Nutzungshäufigkeit neuer Technologien (ICILS, 60). Das „Lernen mit Medien“ vor dem Hintergrund des Kompetenzmodells steht an unserer Schule am Anfang. Zwar werden, wie unter 1.4 erläutert, die neuen Medien im Unterricht eingesetzt und die Kompetenzbereiche auch abgedeckt, aber dies geschieht z.Zt. selten aufgrund didaktischer Reflexionen. Die Nutzungshäufigkeit neuer Technologien hin-gegen ist gestiegen. Nachdem wir zunächst (in den Jahren 2012 - 2015) ein IGEL-Client-System auf Linux-Basis in allen Lehrerräumen mit jeweils 6 Arbeitsplätzen angeboten hatten, mussten wir feststellen, dass die Akzeptanz durch Schülerinnen und Schüler sowie durch Lehrerinnen und Lehrer nicht gegeben war. Das lag zum einen vorrangig an der Performance, die ein zügiges und stabiles Arbeiten im 45-Minuten-Takt nicht gestattete, und zum anderen an dem System, das zwar durch GUI an die Windows-Nutzung erinnerte, aber keine Akzeptanz erhielt. Im Jahr 2015 hat die Schulleitung und die für den Medienausbau verantwortlichen Kollegen entschieden, ein neues System zu implementieren. 

Dieses neue System ist ein Linuxmuster. linuxmuster.net ist eine umfassende Komplettlösung für den Betrieb schulischer Netzwerke. Serverseitig kommt Ubuntu zum Einsatz. Der Betrieb der Arbeitsplatzrechner wird über Windows 7 realisiert. Softwareverteilung und störungsfreier Betrieb werden durch selbstheilende Arbeitsstationen (SheilA) ermöglicht, bei denen jeder Arbeitsplatzrechner in kurzer Zeit mit dem gewünschten Betriebssystem und der nötigen Software in einer Standardkonfiguration gestartet werden kann.

Zurzeit ist in dem ersten, „alten“ Informatikraum auf 32 Arbeitsplätzen anwendbar. 2016 hat die Schulleitung dafür gesorgt, den „alten“ Medienraum zu einem zweiten Informatikraum umzubauen, hier bieten wir inzwischen 16 Arbeitsplätze mit diesem System an.

1. Unterrichtsentwicklung

Wie unter 1.1 schon angerissen spielt die Nutzungshäufigkeit neuer Technologien in deutschen Schulen eine untergeordnete Rolle (ICILS, 62). Vor dem Hintergrund sich verändernder gesellschaftlicher Nutzung von neuen Technologien ist es evident, dass Bemühungen auf konzeptioneller Ebene in Bezug auf die unterrichtliche Umsetzung der Nutzung neuer Technologien notwendig sind. So initiierte die Schulleitung Anfang 2017 den Prozess, verbindliche Absprachen im Kollegium und zwischen den Fachbereichen zu treffen, der unter 1.4 dargestellt ist. Die Schulleitung fungiert in diesem Sinne als „Fachpromotor“ und „Impulsgeber“ (ICLIS, 62).

Darüber hinaus sind folgende Fähigkeiten und Kenntnisse bedeutsam:

  • Förderung computerbezogener Fähigkeiten
  • Förderung des Verständnisses und der Fähigkeiten im Hinblick auf den sicheren und angemessenen Umgang mit IT
  • Förderung der Kenntnisse zum Zugang und Gebrauch Informationen mit IT
  • Einsatz von IT zur Förderung der Verantwortung der Schülerinnen und Schüler für ihr eigenes Leben

Diese Ziele werden schwerpunktmäßig im ITG-Unterricht in den Jahrgangsstufen 7 und 8 verfolgt.

2.  Organisationsentwicklung

Die Schulleitung hat seit 2003 bis heute zielgerichtete schulische Rahmenbedingungen geschaffen. So wurden seit Beginn des Ausbaus zunächst einfache Netzwerkpläne (peer-to-peer) mit ausrangierten Desktop-PCs bis hin zu einer virtualisierten Serverumgebung mit einer pädagogischen Nutzeroberfläche realisiert. Dabei stellte die Schulleitung immer die benötigten Ressourcen zur Verfügung. Finanzielle Mittel, (im Beginn) die Einbindung von Elternmitarbeit bis hin zu Entlastung der Kollegen, die federführend die Um- und Ausbaumaßnahmen koordinierten und verantwortlich umsetzten.

Der Schulleitung wurde in dem Prozess seit 2003 auch bewusst, dass Strategien zur Umsetzung entwickelt werden mussten. So hat sich die Schulleitung entschlossen, externe Expertise einzukaufen und gemeinsam an Strategien zu arbeiten, um die pädagogischen Anforderungen an die neuen Technologien sukzessive zu erfüllen. Sicherlich wird in Zukunft immer wieder wichtig sein, die Bedeutung von neuen Technologien den Kolleginnen und Kollegen nahe zu bringen. Dies betrifft die Planung des Computereinsatzes im Unterricht, die Durchführung und die Hilfestellung nach erfolgter Reflexion (wo benötigt die Kollegin/der Kollege Unterstützung? Wo muss das System verändert werden? Wo werden Fortbildung nötig sein?) 

3.  Personalentwicklung

Die Schulleitung erwartet diesbezüglich eine stetige Professionalisierung. Dies bedeutet, dass die Kolleginnen und Kollegen zunehmend die neuen Technologien im Unterricht integrieren und für das Lernen nutzbar machen. Daneben ist die Zusammenarbeit zwischen den Kolleginnen und Kollegen wichtig. Unser Kollegium zeichnet sich gerade dadurch aus, dass es im Ganzen gesehen eine hohe Zusammenarbeit gibt. Vom 28.02.2003 bis zum 31.05.2003 nahm das gesamte Kollegium an der Fortbildungsveranstaltung „Intel Lehren für die Zukunft“ teil. Kern war eine 40-stündige Präsenzschulung, die aus 15 Bausteinen zielgruppenspezifisch zusammengestellt wurde. Wir sind uns darüber aber einig, dass eine Fortbildung nicht ausreichend war. So ist es nicht verwunderlich, dass es unter Federführung des Informatikkollegen eine SchILF mit dem Thema „Linuxmuster“ gab. Ein sensibler Bereich ist die Frage nach dem internetbasierten Lernen im Unterricht. Hier wird es nötig sein weitere Strategien und Planungshilfen zu vermitteln. 

4.  Kooperationsentwicklung

Die Schulleitung unterstützt strategisch die Kooperation der Lehrerinnen und Lehrer verschiedener Fächer. In dem vorgelegten Medienkonzept werden Vereinbarungen ge-troffen, welche Inhalte in welcher Jahrgangsstufe und in welchem Fach vermittelt werden, sodass Verbindlichkeit und Transparenz hergestellt sind. Perspektivisch ist zu überlegen, ob in regelmäßigen Abständen der Informatikkollege verbindliche SchiLF durchführt. 

5.  Technologienentwicklung

Die Technologienentwicklung hat seit Jahren an unserer Schule Priorität. Die Schulleitung entwickelt diesbezüglich Zielperspektiven: nachdem die Akzeptanz für die pädagogische Oberfläche und die Rückkehr zu Windows deutlich gestiegen ist, wird der Ausbau vom internetfähigen Arbeitsplätzen in den Lehrerräumen wieder in den Blick genommen. Die Ausstattung der Lehrerräume in Bezug auf den alltäglichen Zugang zu digitalen Medien hat deutlich gemacht, dass es so zu einen spontanen, dem Unterrichtsinhalt und den verwendeten Methoden angemessenen Einsatz kommen kann. So haben zwar alle Lehrerinnen und Lehrer einen Zugang zu den beiden Computerräumen. Dieser Zugang muss aber immer vorgeplant werden, und das räumliche Arrangement des Computerraums lässt auch nur bestimmte Lernformen in Bezug auf die schülerindividuelle Nutzung oder die Arbeit in Kleingruppen zu. (ifib, 9)

Die Anbindung an das Breitband der Telekom ist für Anfang 2017 geplant. Eine Glasfaserleitung bis zum Server soll hergestellt werden. „Breitbandanbindungen über Glasfaseranschlüsse, sogenannte FTTH oder FTTB (Fibre to the home/building) Anbindungen, mit Datenübertragungsgeschwindigkeiten von über 200 Mbit/s sind, wo verfügbar, zu wählen oder einzurichten bzw. aufzurüsten.“ (LIT, 15) Ebenfalls muss kurz- bis mittelfristig die Server-Hardware, nicht nur aus Gründen der Glasfaser, vielmehr aus Performance-Gründen und aus dem Grund der Sicherung gegen einen Hardwareausfall ergänzt werden.